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CUSTOMS & RODS

Berühmtes Custom Car aufgetaucht: Westergard Custom

40er Mercury Custom made by Harry Westergard
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Der hier gezeigte 1940er Mercury wurde von Harry Westergard, dem „Grandfather of Customizing“ kreiert. Trotz seiner Wichtigkeit erhielten seine Autos nie die Aufmerksamkeit in den damaligen Medien wie andere Custom Cars. Die Erklärung dafür ist aber ganz einfach, seine Autos entstanden alle in den späten Dreißiger bis späten Vierziger Jahren, die Hot Rod und Custom Magazine wie „Hot Rod“, „Motor Trend“ oder „Hop Up“ existierten allerdings erst frühestens 1948. Der 1940er Mercury hier wurde für einen Kunden namens Butler Rugard aufgebaut. Als das amerikanische Auto in den Shop des Custom-Bauers in Sacramento kam, war der Merc wie bei vielen anderen Custom US-Cars ladenneu gewesen.

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Eigentlich wollte Butler nur seinen Satz so genannten Fadeaway Fenders für seinen Mercury haben, also Verlängerungen der vorderen Kotflügel nach hinten. Diese Kotflügel-Umbauten waren der letzte Schrei damals. So hatte das Show Car Buick Y-Job (1938) diese zum ersten Mal in der Form gezeigt. Komplett durchgehende Fadeaway Fenders kamen erst 1942 bei den Buick Super und Roadmaster Modellen in Serie.

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Nach Abschluss der Arbeiten hatte der Mercury allerdings mehr als nur die Fadeaways. Westergard war bekannt dafür, die Kühlergrills von Packard oder LaSalle Fahrzeugen zu verwenden, aber in diesem Falle installierte er einen 42er Buick Grill und Packard-Scheinwerfer. Um den Buick Grill einbauen zu können, musste die ganze untere Haubenfront umgebaut werden. Doch auch die obere Hälfte wurde offensichtlich verändert und zudem in den Wind geneigt. Dazu fertigte er eine neue Gürtellinie für die Haube an, die die entstandene „Hai-Nase“ halbierte und entfernte die seitlichen Höcker der originalen Haube. Ursprünglich montierte Westergard gerippte Stoßstangen von einem 1937er DeSoto, diese wurden aber später durch einen Satz von einem 41er Packard ersetzt.

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Zwei Jahre später kam Butler erneut zu Westergard, der das Dach kürzen sollte. Ganze drei Zoll entfernte der Kalifornier und baute für das amerikanische Auto ein so genanntes Carson Top aus Teilen des originalen Cabriolet-Dachs. So genannte „Teardrop“-Fender Skirts-Radabdeckungen hinten, ein Interieur im „Rolls & Pleats“ Style, 41er Chevrolet Rückleuchten, Appleton Dummy-Suchscheinwerfer und serienmäßige Stahlfelgen mit Packard Radkappen komplettierten Butlers einzigartigen Custom. Um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten, lackierte man seinerzeit die umgebauten amerikanischen Autos in einem auffälligen Farbton wie „Candy Apple Red“ mit Perl- und Metalflake-Akzenten.

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Die Optik des 40er Mercury entspricht dem so genannten “Taildragger”-Style, bei dem die Höhe der Front beibehalten wird und nur das Heck mittels umgedrehter Blattfedern und längeren Halterungen tiefergelegt werden. Unter der Haube sitzt ein aufgebohrter Mercury Flathead V8 mit 245 ci, Offenhauser-Ansaugbrücke mit drei Vergasern sowie gefinnte Zylinderköpfen. Das US Car wurde zum ersten Mal auf der ersten „Autorama“ in Sacramento in 1950 gezeigt und erschien sogar auf dem Cover des Event-Magazins. Von da an geriet der Mercury leider Vergessenheit, bis der Autosammler Jack Walker das amerikanische Auto im Jahr 2002 fand und es zusammen mit Ed Guffey von Ron Marquardt kaufte, der den Merc mehr als 30 Jahre besaß und von Butler Rugards Tochter Marie Fernandez aus Walnut Grove, CA erstanden hatte.

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Die beiden ließen das Custom Car, das mittlerweile weiß war und einen DeSoto Grill hatte, in den Zustand restaurieren, wie es damals auf der „Autorama“ stand. Dave Dolman aus Berdon, Nebraska arbeitete an der Karosserie, Bob Sipes aus Pleasant Hill, Missouri kümmerte sich um das Interieur, die Firma Uncommon Engineering aus Indianapolis baute den Ford Flathead V8 auf und Sonny Rogers aus Independence, Missouri arbeitete an der kompletten Mechanik. Alles in Allem dauerte der Neuaufbau rund zwei Jahre. Nun präsentiert sich der 40er Mercury wieder wie vor 60 Jahren auf der „Autorama“ in Sacramento!

Text: Thomas Frankenstein
Fotos: Darin Schnabel, Archiv

AmeriCar-Facts:

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Antrieb: SV-V8, 245 ci, 4014 ccm, 150 PS, Nockenwelle, Offenhauser-Ansaugbrücke, HiPo-Zylinderköpfe; Dreigang-Schaltgetriebe, Heckantrieb
Fahrwerk:
Starrachse vorne und hinten mit Blattfedern, Trommelbremsen
Räder: 15“-Stahlfelgen mit Packard Radkappe und Weißwandreifen
Sonstiges: Fadeaway Fender, Buick Grill, 3“-Top Chop, Fender Skirts, 41er Chevy Rückleuchten, Packard Stoßstangen, -Scheinwerfer, Appleton Dummy Spotlights, Custom-Motorhaube, Rolls & Pleats Interieur

GALERIE: BERÜHMTES CUSTOM CAR AUFGETAUCHT: WESTERGARD CUSTOM

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Kommentare: 2
Aktualisiert: Donnerstag, 25. Februar 2010

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Bild: 'simpstf.jpg'

der-thomas » Thomas aus Essen (39)

Fr, 26.02.2010 // 14:05 Uhr

Das Thema kann man sicherlich mal angehen, zumal die meisten wahrscheinlich nur Barris und Co. kennen - die "kleinen" sind aber auch einen Bericht wert! Wir haben hier noch einige Überraschungen, versprochen!

Bild: 'TBird_Ava200.jpg'

Balu » Ralf aus Herne (43)

Do, 25.02.2010 // 20:35 Uhr

Das ist ja mal wieder ein richtig schicker Custom hier! Linien, die heute kaum noch einer hinbekommt

Harry Westergard ist wirklich einer der Urväter des kommerziellen Customizing, gemeinsam mit Leuten wie "Bertolucci" gehörte er zu den Pionieren und selbst heutige "Legenden", wie z.B. George Barris (gemeinsam mit seinem Bruder Sam) gingen bei ihnen in die Lehre.

Vielleicht solltet ihr mal ein "special" machen über die Legenden des Customizing.. also z.B. Westergard, Bertolucci, Cushenberry, Dean Jeffries (um nur ein paar zu nennen ;-) ) .. und ein paar wenige gibt es ja sogar noch, wie z.B. Bill Hines, Gene Winfield.....

Übrigens hat sich Butler Rugard sogar noch einen 2. Wagen von Westergard bauen lassen. Einen 46er Chevy in gleicher Machart. Auch einfach nur genial

Toller Bericht von einem tollen Wagen - wie sie heute nicht mehr gebaut werden! :-)

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