Fahrbericht Ford Explorer Plug-in Hybrid

Familien-Cruiser

Fahrbericht Ford Explorer Plug-in Hybrid: Familien-Cruiser
Erstellt am 1. April 2021

Der Ford Explorer debütierte in den USA vor rund 30 Jahren, im 1991er Modelljahr und war mit am SUV Boom maßgeblich beteiligt. Die Welle schwappte nach Europa und mit ihr kam auch der Explorer. In den USA steht das Fahrzeug als erfolgreichstes SUV in den Zulassungsstatistiken und bis heute konnte Ford über acht Millionen Exemplare der Baureihe verkaufen. Mittlerweile ist de sechste Generation auf dem Markt und nach einer Pause von rund 20 Jahren kehrt der SUV-Pionier wieder auf den europäischen Markt zurück.

„One Ford“ hieß vor einigen Jahren das Credo bei dem Konzern. Das heißt, dass in den Ländern eine gleiche Modellpalette angeboten werden sollte. Amerika bekam den Focus und Fiesta und Europa u.a. den Mustang. Mittlerweile haben sich die einzelnen Fahrzeuge stark vermischt, ein Mondeo ist drüben ein Fusion und der Kuga heißt in Amerika Escape. Ganz klar amerikanisch ist jedoch der Explorer, der nun bei uns vor der Haustür steht, und mit 5,06 m Länge und 2,28 Meter Breite gerade so in die Garage passt.

In Europa nur mit 3,0-Liter EcoBoost V6

Der Explorer wird in den USA mit 2,3-Liter EcoBoost Vierzylinder, einem 3,0-Liter EcoBoost V6, und einem 3,3-Liter Hybrid V6 angeboten, doch keiner dieser Antriebe wird in Europa angeboten. Hier gibt es den Ford Siebensitzer ausschließlich mit einem 3,0-Liter EcoBoost V6 als Plug-In Hybrid mit 267 kW / 363 PS, der um einen 75 kW / 102 PS starken Elektromotor ergänzt wurde.

Der Fahrer hat somit die Wahl unter vier verschiedenen Elektro-Fahrprogrammen. Im „EV Auto-Modus“ sucht sich das Fahrzeug selbst aus, welche Energie es gerade gerne hätte, der „EV Jetzt-Modus“ sorgt für rein elektrischen Betrieb zum Beispiel in innerstädtischen Problemzonen, beim „EV Später-Modus“ fährt das Auto überwiegend mit Benzin und nutzt die beim Bremsen entstehende Energie um die Batterie aufzuladen, und beim „EV Aufladen-Modus“ tritt der Benzinmotor als Generator für den Akku in Aktion.

Elektrische Reichweite von 42 Kilometern

Die 13,6 kWh starke Lithium-Ionen Batterie kann an einer Ladesäule in rund viereinhalb Stunden aufgeladen werden, an einer 230-Volt-Steckdose dauert es knapp sechs Stunden. Die versprochene rein elektrische Reichweite von 42 Kilometern wird allerdings nur erreicht, wenn sich der Mensch hinter dem Lenkrad bemüht, das wuchtige Drehmoment von 825 Newtonmetern zurückhaltend einzusetzen. Zwischen null und 100 km/h vergehen sportliche sechs Sekunden, und auch beim Zwischenspurt ist der Explorer alles andere als schwerfällig und überrascht mit seinem dynamischen Zug nach vorne. Der Explorer lässt sich bis Tempo 230 beschleunigen, doch sein Revier sind eher Geschwindigkeiten zwischen 160 und 180 km/h.

„American Way of Drive“

Das Revier des Explorer ist die freie Landschaft also gut ausgebaute Bundesstraßen und Autobahnen, auf denen der „American Way of Drive“ gelebt werden kann. Dank einer unauffällig schaltenden Zehngang-Automatik gleiten Fahrer und Passagiere in dem 2,5-Tonner über den Asphalt und werden von der zügigen Gangart überrascht.

Der Explorer passt sich an unterschiedliche Straßen-, Witterungs- und Geländebedingungen an. Der Allradantrieb verarbeitet alle zehn Millisekunden Informationen, die eine Vielzahl von Sensoren liefern. Im Normalfall wirkt die Kraft der zwei Herzen nur auf die Hinterräder, bei Bedarf aber auch zusätzlich auf die vorderen Räder. Für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass sich der Explorer ins Gelände verirrt, stehen insgesamt sieben Fahreinstellungen bereit – von Glätte bis Schnee und Sand sowie für die Fahrt bergab. Seine Allradqualitäten spielt der Explorer auf jeden Fall als Zugfahrzeug aus, wenn 2.500 Kilo an der Anhängerkupplung hängen.

Platz für sieben Personen

Der moderne Innenraum ermöglicht bis zu sieben Personen komfortables Reisen. Die feine Audioanlage von Bang und Olufson unterhält Fahrer und Passagiere, und die Zweizonen-Klimatisierung verbreitet ein angenehmes Raumklima. Sehr dominant ist der 10,1 Zoll große, um 90 Grad gedrehte, Touchscreen-Farbmonitor auf dem Armaturenbrett des Kommunikations- und Entertainmentsystems Ford SYNC 3, das mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel ist.

Der Explorer verfügt serienmäßig über eine dritte Sitzreihe mit zwei Sitzplätzen. Der Zugang gelingt mithilfe der Easy Entry-Funktion, bei der sich die beiden äußeren Sitze der zweiten Reihe nach vorne schieben, um einen leichten Einstieg in die dritte Sitzreihe zu ermöglichen.

Riesige Ladefläche

Dank des „Easy Fold Flat“-Systems mit elektrischer Ein- und Ausklappfunktion lassen sich die zweite und dritte Sitzreihe per Tastendruck umklappen, so dass eine Ladefläche von 2.140 Millimeter Länge und 1.222 Millimeter Breite bzw, ein maximales Gepäckraum-Volumen von 2.274 Litern entsteht. Zugang erfolgt über die elektrische, sensorgesteuerte Heckklappe, die bei uns - per Sensor - leider nicht immer funktionierte.

Im Alltag schlug sich der Explorer trotz seiner Breite von 2,28 Meter wacker, zugegeben, auf Supermarkt-Parkplätzen werden die Lücken schon mal eng, aber zahlreiche Sensoren und die 360° Kamera halfen beim Rangieren. Hilfreich war auch der aktive Park-Assistent mit teil-automatisierter Fahrzeugführung. Das System identifiziert passende Parklücken entlang zur Straße und steuert das Fahrzeug selbsttätig hinein und auch wieder heraus.

Zahlreiche Beifahrer an Bord

Bei der Ausstattung haben die Ford-Verantwortlichen an nichts gespart. Die Liste reicht von einem Tot-Winkel-Assistent inklusive Cross Traffic Alert über einen Spurhalteassistenten und einer intelligenten adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage (iACC). Das Feature beinhaltet sowohl ein Verkehrsschild-Erkennungssystem als auch einen Stau-Assistenten mit Stop & Go-Funktion. Leider funktionierte bei unseren Fahrten das System, das das vorgewählte Tempo dem fließenden Verkehr anpasst und den Sicherheitsabstand zum Vordermann einhält nicht wirklich, dabei ist das gerade im staugeplagten Ruhrgebiet ein echter Bonus.

Nicht nur bei der Ausstattung hat Ford an nichts gespart, sondern  leider auch nicht am Preis. Der liegt in der Basisversion bei unserem Testwagen der sportlichen ST-Line schon bei 74.084 Euro und in der Platinum-Ausstattung sind es mindestens 75.351 Euro. Dafür bekommt man allerdings ein – auf deutschen Straßen - sehr exklusives Fahrzeug, das viele Verkehrsteilnehmer bestaunen, erst recht wenn man mit dem SUV rein elektrisch vor dem Bäcker oder Eiscafé vorfährt.

42 Bilder Fotostrecke | Fahrbericht Ford Explorer Plug-in Hybrid: Familien-Cruiser #01 #02 2020er Ford Explorer PHEV

Motor: DOHC-V6, EcoBoost Turbo, 2.956 ccm, 267 kW / 363 PS bei 5.750 U/min, Max. Drehmoment: 555 Nm bei 3500 U/min, Elektromotor: 75 kW / 102 PS, Drehmoment E-Motor: 300 Nm, Batterie: Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie, 13,6 kWh, Systemleistung: 457 PS (336 kW) bei 5.750 U/min
Kraftübertragung: 10-Gang-Automatik, Heck-/Allradantrieb
Fahrwerk: Vorne Einzelradaufhängung, Gasdruckdämpfer, Schraubenfedern, Stabilisator, 363 mm Scheibenbremsen; hinten Mehrlenkeraufhängung, Gasdruckdämpfer, Schraubenfedern, Stabilisator, 350 mm Scheibenbremsen
Länge x Breite x Höhe: 5,06 x 2,28 x 1,78 Meter
Radstand: 3,02 Meter
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,0 Sek.
Elektr. Reichweite: 42 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 3,1 Liter / 100 km
CO2-Emissionen: 71 g/km
Testverbrauch: 12,2 Liter / 100 km
Leergewicht / Zuladung: min. 2.466 kg / max. 694 kg
Kofferraumvolumen: 635 – 2.274 Liter
Max. Anhängelast: 2.500 kg
Räder: 8,5 J x 20“ Leichtmetallfelgen mit 255/55 R 20-Reifen
Basispreis: 74.084,03 Euro
Testwagenpreis: 75.253,78 Euro

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