US-Car Fullsize mit Charaker: Ziehen - nicht drücken: 1970 Oldsmobile Toronado

Frontantrieb am amerikanischen Auto- Straßenkreuzer

US-Car Fullsize mit Charaker: Ziehen - nicht drücken:  1970 Oldsmobile Toronado: Frontantrieb am amerikanischen Auto- Straßenkreuzer
Erstellt am 29. September 2011

Es scheint, als gäbe es in der Geschichte der amerikanischen Auto-Hersteller kaum innovative Neuerungen. Leistungsstarke V8-Motoren, viel Hubraum, chromblitzende Karosserien und Heckantrieb sind die ersten Gedanken, die vielen Leuten in den Sinn schießen, wenn es um US-Cars geht. Dabei kommen viele Innovationen im Automobilbau aus den USA. Ein Elektroauto zum Beispiel stellte AMC in den späten 1960er Jahren mit dem „Amitron Concept Car“ vor. Allerdings war die Technik nicht serienreif und die Optik war mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Im Jahre 1974 präsentierte General Motors den ersten Katalysator – erfolgreich wie die Geschichte zeigt.

Aber auch neben diesen ökologischen Ansätzen versuchte man sich an Alternativen zum altbekannten Muster. Oldsmobile versuchte sich mit dem Toronado an frontgetriebenen Oberklasse-Coupes. Mit 143.134 verkauften Fahrzeugen der ersten und rund 267.000 der zweiten Generation ein voller Erfolg. Ein Fahrzeug dieser zweiten Modellreihe nennt Dennis Schwarz aus Moers sein Eigen.

Ein Baujahr, zwei Gesichter

Im Herbst 1965 wurde der Oldsmobile Toronado vorgestellt und sofort als Sensation gehandelt, da es seit den 1930er Jahren kein amerikanisches Auto mit Frontantrieb gegeben hatte. Damals versuchte sich die Firma Cord an dieser Technik und ging pleite. Ebenso zählte der Toronado als bis dato größtes US-Car mit Frontantrieb.

Mit über fünf Metern Länge und einer Breite von zwei Metern hatten Skeptiker Sorgen, ob Frontantrieb an einem so riesigen Coupe überhaupt Sinn macht. Der V8-Motor mit sieben Litern Hubraum und 385 PS sollte jedoch keinerlei Probleme haben, die rund zwei Tonnen Masse zu bewegen. Tests bewiesen sogar, dass der Toronado eine überdurchschnittlich gute Straßenlage im Vergleich zu vielen amerikanischen Hecktrieblern aufweisen konnte.

Nur zwei Jahre nach erfolgreicher Markteinführung mit rund 40.000 verkauften Fahrzeugen, unterzog Oldsmobile dem Toronado 1968 einem ersten Umstyling. Das Facelift beinhaltete eine Neugestaltung der Frontpartie mit einem nun vergrößerten Kühlergrill mit integrierten Klappscheinwerfern. Der sieben Liter große Achtzylinder wurde durch einen 7,5-Liter-V8 mit 375 bzw. 400 PS ersetzt.

Diese Bauform behielt der Toronado bis zum Sommer 1970 bei, bis im Herbst 1970 eine weitere Modellpflege auf den Markt kam. So entstanden 1970 also zwei verschiedene Varianten des Oldsmobile Toronado. Das Modell aus dem Spätsommer ist an den freistehenden Scheinwerfern und einer veränderten Karosserie zu erkennen, wurde doch aus dem Coupe ein Stufenheck.

Land-Yacht mit Charme

Dennis Schwarz aus Moers nennt einen solchen Oldsmobile Toronado aus dem Spätsommer 1970 sein Eigen. Das in „Ming Jade“-Grün lackierte US-Car hat bis heute nur rund 65.000 Meilen auf dem Zähler. Dementsprechend gut ist auch der Zustand des riesigen Stufenheck-Coupes. „Ich bin ein Fan der großen Coupes und Limousinen aus den Siebziger Jahren“, sagt der 24-Jährige. Um den Charme zu erhalten, belässt Dennis den Toronado auch im Originalzustand.

Der originale 455 ci V8 mit 7,5 Litern Hubraum und rund 375 PS leistet ebenso wie das originale Drei-Stufen-Automatikgetriebe ohne Probleme seinen Dienst. Wie es sich für einen Straßenkreuzer gehört, schaukelt der Toronado gemütlich über den Asphalt, hat doch das originale Fahrwerk mit Schraubenfedern leichte Probleme mit den fast zwei Tonnen Leergewicht des Oldsmobile. Den Kontakt zu Straße hält der Toronado über Uniroyal Weißwandreifen in den Dimensionen 235/75, welche auf 16“ Stahlfelgen mit Radkappe aufgezogen wurden.

Seltene Highlights im Interieur

Auch im Innenraum herrscht originaler Charme aus den Siebzigern. Auf der durchgehenden Sitzbank lässt sich auch zu dritt sitzen, ohne das Platzmangel herrscht. Highlight ist die sogenannte „Rim Blow“-Option, unter der eine veränderte Bedienung der Hupe zu verstehen ist. Normalerweise mittig in der Lenkradnabe, findet sich in diesem Falle ein beweglicher Lenkradkranz zu Bedienung der Hupe im Toronado. Ein ganz seltener Bestandteil des Cockpits ist der Walzen-Tacho.

Preisgekröntes US-Car

Die Seltenheit eines heute noch gut erhaltenen Oldmobile Toronado in Kombination mit der geringen Laufleistung und den kleinen Highlights im Innenraum überzeugten nicht nur Dennis. Auch die Jury bei der US-Car-Show 2011 in Grefrath befand den Toronado für erstklassig und übergab Dennis und seinem Oldsmobile den Pokal für den ersten Platz in der Kategorie „Original 70er Jahre“.



Text & Fotos: Joel Weyers

AmeriCar-Facts

1970 Oldsmobile Toronado



Antrieb: OHV-V8, 455 ci, 7.455 ccm, 375 PS, Vierfachvergaser; Drei-Stufen-Automatikgetriebe, Vorderradantrieb

Fahrwerk: Vorne Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern, Gasdruckdämpfer, Scheibenbremsen; Hinten Starrachse mit Blattfedern, Gasdruckdämpfer, Trommelbremsen

Räder: 16“ Stahlfelgen mit Uniroyal Weißwandreifen in 235/75 R16 Sonstiges: lackiert in „Ming Jade“-Grün, „Rim Blow“-Option mit Lenkradkranz-Hupe, Walzen-Tacho, nur 65.000 Meilen

31 Bilder Fotostrecke | Ziehen, nicht Drücken – 1970 Oldsmobile Toronado: Frontantrieb am US-Car Straßenkreuzer #01 #02

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