Coupe de Cab – 1930er Ford Model A Coupe

US-Car aus prominentem Vorbesitz

Coupe de Cab – 1930er Ford Model A Coupe: US-Car aus prominentem Vorbesitz
Erstellt am 27. April 2013

Wie so oft, lässt sich in der jüngeren Vergangenheit der Zusammenschluss verschiedener Lifestyle-Gruppierungen beobachten. Einflüsse verschiedener Musikstile, Kleidungsstile und Lebensstile vermischen sich und so erreichen auch ehemalige Nischenprodukte den Mainstream. Mal abgesehen von der Fluktuation in der US-Car Szene an sich, gibt es immer mehr neue Einflüsse aus anderen Bereichen. Erfolgreiche junge Musiker, welche sich mit dem sammeln von Muscle Cars beschäftigen oder Extremsportler, welche einen Hang zum Hot Rodding und Customizing pflegen. Der hier gezeigte 1930er Ford Hot Rod zum Beispiel stammt aus dem Besitz von Skateboard Legende Steve Caballero.

Überraschungen unter dem Blech

Als Caballero den Ford kaufte, war er Grün lackiert und mit rot-bronzenen Scallops versehen. In Steve Caballeros Augen schien der Wagen in einem ordentlichen Zustand zu sein. Nach einiger Zeit jedoch wollte Caballero dem Wagen ein wenig neuen Glanz verschaffen. Dazu brachte er das Coupe zu seinem guten Freund Alex Gambino, welcher sich als Mitglied des „Road Zombies Car Club“ mit Hot Rods und Customs auskennt. Nachdem Alex sich den Ford genauer ansah, wurde deutlich, dass Steve Caballero nicht gerade ein Schmuckstück erstanden hatte. Das Coupe war nicht nur unfachgerecht verkabelt und mit viel Spachtelmasse bearbeitet worden, nein - es bestand sogar aus zwei simpel zusammengeschweißten Fahrzeugen!

Nach dieser unerfreulichen Information beschlossen Steve Caballero und Alex Gambino, das Coupe von Grund auf zu optimieren. Zu erst wurde die Farbe bis auf das Blech abgeschliffen, wobei noch weitere Schichten Spachtel und Farbe zum Vorschein kamen. Danach wurde die Karosserie fachgerecht verschweißt und verspachtelt. Eine neue Heckklappe und eine neue Spritzwand fanden ebenfalls ihren Weg an das Coupe. Die hölzernen B-Säulen wurden durch Metall ersetzt und verstärken das gechoppte Dach des Fords. Nachdem die Blecharbeiten erfolgreich beendet wurden, begannen die Vorbereitungen für den Lackierer. Tagelanges schleifen kostete Steve und Alex einige Nerven.

Glänzendes Gold – nur nicht glänzend!

Dann war es soweit und die Karosserie fand ihren Platz auf dem Rahmen. Auf einem US-Car Meeting wurde Steve Caballero auf einen 1950er Mercury Custom aufmerksam, welcher in einem edlen Goldton lackiert wurde. „Dieses glänzende Gold wollte ich auf meinem Hot Rod, nur eben nicht glänzend“, kommentierte er die Farbwahl in seinem Blog.

Zeitgenössisches Tuning am 5,7er

Aber auch von der technischen Warte aus betrachtet, ging jetzt alles seinen gehofft einfachen Weg. Der frisch lackierte 5,7 Liter Chevrolet Smallblock V8 passte nach wenigen Umbauarbeiten perfekt und leistet dank Dreifachvergaser der Marke Rochester und einer Ansaugbrücke von Offenhauser rund 220 PS. Ausgeatmet wird über Sanderson Abgaskrümmer und durch Smithy´s Schalldämpfer. Das Chevrolet Drei-Stufen-Automatikgetriebe leitet die Kraft dementsprechend an die hintere Starrachse aus dem Hause Dodge.

Spartanische Ausstattung

Der Aufbau des Hot Rod dauerte dank der Hilfe von vielen Freunden und Bekannten gerade einmal drei Monate. Die Dynamik des Coupes stammt hierbei von den üblichen Customizer-Tricks, wie zum Beispiel dem Top Chop von rund 5 Zoll (12,5cm) und einem Channeling von 4 Zoll (10 cm). Im Inneren des Coupes findet sich nicht allzu viel. Neben einem Billet Steel Benjo Lenkrad, Stuart Warner Instrumenten und einem Genie Schalthebel mit einer Skateboardrolle on Top und einer einfachen Sitzbank, findet sich im Innenraum nichts, was der Hot Rodder nicht braucht.

Hot Rodding verbindet

Doch wie fand das Ford Coupe seinen Weg aus dem Norden Kaliforniens zu AmeriCar.de Leser Christoph Hagen an den Niederrhein? Steve Caballero verkaufte den Wagen nach einiger Zeit in den US-Bundesstaat Kentucky weiter, wo er bei einem gewissen Stan weitere zwei Jahre verbrachte. Dieser Stan ist ein guter Freund des in Europas Hot Rod Szene bekannten Blogger und Hot Rod Fan namens „VonSkip“. Dieser wiederum importierte das Coupe in die Niederlande, wo es Christoph erstand und nach Deutschland gebracht hat.

Der Weg des 1930er Ford Model A Coupe führte aber nicht nur durch verschiedene Hände, sondern auch durch verschiedene Szenen des Lebensstils. Vom legendären Skateboarder, über einen Blogger und Fotografen, bis hin zum Ingenieur mit Diplom. Das Hot Rodding wird demnach immer populärer und vor allem erlebt es eine Umstrukturierung, was die Klientel betrifft. Wir lassen uns überraschen, was dies für die US-Car Szene bedeutet.



Text und Fotos: Joel Weyers

AmeriCar-Facts:

1930 Ford Model A Five-Window Coupe



Antrieb: OHV-V8, 350 ci, 5.736 ccm, ca. 220 PS, 3 Rochester Doppelvergaser, Drei-Stufen Automatikgetriebe TH-350, Hinterradantrieb

Fahrwerk: Vorne Starrachse von Ford, Öldruckdämpfer, Trommelbremsen vom 1940er Ford; Hinten Starrachse von Dodge, Coil-Over Federbeine, Trommelbremsen vom 1940er Ford

Räder: original 15“ Stahlfelgen in Wagenfarbe lackiert, diagonale Firestone Weißwandreifen

Sonstiges: Aufgebaut von Skateboard-Legende Steve Caballero und Alex Gambino

43 Bilder Fotostrecke | Coupe de Cab – 1930er Ford Model A Coupe: US-Car aus prominentem Vorbesitz #01 #02

1 Kommentar

  • doc666

    Doc666

    Ich hätte ganz gerne Kontakt zum Besitzer Christoph Hagen...ist das irgendwie möglich?? Gruß Micha aus Dinslaken

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  • feng090
    Feng090 denkt:
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